Margrit macht Milkenpastetli

kk

Ein Weihnachtsgericht voller Erinnerungen und Familientradition


Von der Mutter gelernt, bis heute bewahrt

Milkenpastetli gehören für Margrit seit ihrer Kindheit zu Weihnachten. Das Rezept hat sie von ihrer Mutter gelernt, die in einer Metzgerei arbeitete und ihr Wissen ganz selbstverständlich weitergab.

In ihrer warmen Holzküche lebt diese Tradition bis heute weiter – mit viel Erfahrung, etwas Geduld und der Unterstützung ihres Mannes Karl.

Eine Frau mit Schürze steht in einer mit Holz getäfelten Küche und hält einen heissen Teller mit einem Küchentuch.

Früener iide Schuel, häts jo für d`Maitli d`Neischuel gä, also Handarbeit. Ide Neischuelkommission sind nu Fraue gsi und am Exame händ die Fraue immer bi üs im Restaurant gässe. Und d`Mame hät öfters für die Fraue möse Paschtetli mache.

Margrit

Margrit erzählt…

Kochen habe ich von meiner Mama gelernt. Sie arbeitete früher in einer Metzgerei im Haushalt und musste dort für die Angestellten kochen. Dabei hat sie unglaublich viel gelernt – nicht nur über das Kochen selbst, sondern auch über Fleisch und dessen Verarbeitung. Von ihr haben wir Kinder das alles übernommen. Damals hat niemand mit Kochbüchern gearbeitet. Man hat einfach gekocht, aus dem Gefühl heraus, «Pi mal Handgelenk», wie man so sagt.

Später habe ich auch viel von meinem Götti gelernt. Er war gelernter Metzger in Zürich und verstand sein Handwerk. Wenn bei uns auf dem Hof geschlachtet wurde, schaute ich ihm gerne zu. Er zeigte mir, wie man Fleisch sauber auslöst und sorgfältig verarbeitet. Das fand ich schon als junges Mädchen spannend. 

Weil meine Mutter in den Schulferien oft auf dem Feld arbeitete, musste ich früh selber kochen. Wir hatten damals noch einen Holzherd mit schwarzen Pfannen. So habe ich Schritt für Schritt gelernt, zuerst kleine Sachen, dann immer mehr. Und irgendwie ist mir die Freude am Kochen geblieben. Noch heute koche ich am liebsten auf dem Holzherd. Die warme Küche gehört für mich einfach dazu.

Die Milkenpastetli habe ich ebenfalls von meiner Mama übernommen. An Weihnachten gehörten sie immer auf den Tisch. Das war Tradition bei uns zu Hause. Und weil schöne Traditionen weiterleben sollen, mache ich sie heute noch.

Ganz allein bin ich dabei allerdings nicht. Mein Mann Karl hilft mir gerne. Das Schälen der Milken übernimmt meistens er, weil er dafür mehr Geduld hat als ich. Und wenn gekocht ist, steht er oft schon bereit zum Abwaschen. Fast wie in einem richtigen Restaurant. Das schätze ich sehr. So wird aus einem alten Familienrezept bis heute etwas Gemeinsames. 

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