Ruth backt eine Lauchpastete
kk
Ein Familienrezept, das bis heute verbindet.
Ein einfaches Gericht, das Generationen miteinander verbindet.
Die Lauchpastete begleitet Ruth seit ihrer Kindheit. Was früher ihre Mutter aus dem eigenen Garten kochte, gehört heute noch immer zu den Lieblingsgerichten der Familie.
Eine Geschichte über Erinnerungen, Weitergeben und den Geschmack von Zuhause.

Originalstimme (44 Sekunden)
Mehr als eine Pastete – ein Stück Familiengeschichte.
Mein Rezept heisst Lauchpastete. Das habe ich von meiner Mutter. Sie hat sie im Winter ein paar Mal gemacht, und als ich älter war, habe ich sie mir immer wieder gewünscht. Später, als ich arbeitete, kam sie einmal in der Woche zu mir kochen. Diese Gelegenheit habe ich natürlich genutzt und mir immer wieder eine Lauchpastete gewünscht.
Obwohl das eigentlich ein Wintergericht ist und ich Anfang Juni Geburtstag habe, habe ich sie mir sogar zum Geburtstag gewünscht. Neben Fondue ist die Lauchpastete bis heute eines unserer Familien-Lieblingsgerichte. Auch meine beiden Brüder lieben sie. Sie machen sie zwar selber nicht, aber wenn sie zu mir zum Essen kommen, wünschen sie sich oft eine Lauchpastete.
Meine Mutter hat sie nicht für besondere Gelegenheiten gekocht, sondern einfach unter der Woche. Wahrscheinlich immer dann, wenn sie Lauch im Garten hatte. Sie war Selbstversorgerin und baute fast alles selber an. Später, als sie keinen Garten mehr hatte, kaufte sie den Lauch natürlich.
Ich habe ihr Kochbuch geerbt und irgendwann angefangen, die Lauchpastete selber zu machen, als sie es nicht mehr konnte. Heute gehört sie auch in meiner Familie zu den Lieblingsgerichten. Vor allem meine Söhne freuen sich, wenn ich sie wieder einmal mache.
Den Teig mache ich immer selber. Man könnte zwar auch gekauften Teig verwenden, und bei anderen Gerichten mache ich das manchmal auch. Aber bei der Lauchpastete gehört für mich der selbstgemachte Teig einfach dazu. Und dazu gibt es immer Randensalat. Meine Mutter war überzeugt, dass das am besten passt. Darum finde ich das heute auch.
Eigentlich habe ich von meiner Mutter gar nicht richtig kochen gelernt. Wir haben nicht zusammen gekocht. Früher war das einfach nicht üblich. Erst später, als sie bei mir kochte, habe ich ihr zugeschaut und gemerkt, dass ich ihre Rezepte einmal selber können möchte.
An eine Geschichte muss ich jedes Mal denken, wenn ich die Lauchpastete mache. Meine Mutter hatte den Lauch und die Speckwürfel in der Pfanne gedämpft und einen Deckel daraufgelegt. Als sie ihn zwei Stunden später wieder wegnehmen wollte, ging das nicht mehr. Es hatte ein Vakuum gegeben. Sie war schon fast verzweifelt. Erst als wir die Pfanne nochmals erwärmten, löste sich der Deckel wieder. Seitdem lege ich beim Dünsten bewusst keinen Deckel mehr auf die Pfanne – und jedes Mal muss ich dabei an meine Mutter denken.








