Die Entstehung eines Gemäldes

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Von der leeren Leinwand bis zum fertigen Werk.


Die Entstehung eines Gemäldes

Sechs Monate lang begleitete ich die Malerin Susan Kopp bei der Entstehung ihres Gemäldes Jungvieh – von der leeren Leinwand bis zum fertigen Werk.

Ein fertiges Gemälde sieht man oft nur als Endergebnis. Was davor geschieht, bleibt meist verborgen. Gemeinsam mit der Künstlerin Susan Kopp entstand die Idee, diesen Weg sichtbar zu machen. Über ein halbes Jahr hinweg besuchte ich sie immer wieder in ihrem Atelier und dokumentierte fotografisch, wie aus einer leeren Leinwand Schritt für Schritt ein Gemälde entstand.

Ich kenne Susan Kopp seit einigen Jahren. Immer wieder besuche ich sie in ihrem Atelier und fotografiere sie bei der Arbeit. Mit der Zeit ist daraus eine schöne Freundschaft entstanden.

Als Susan beschloss, das Gemälde Jungvieh zu malen, schlug sie vor, den gesamten Entstehungsprozess fotografisch festzuhalten. Die Idee gefiel mir sofort. Bisher hatte ich viele Kunstschaffende begleitet, aber immer nur während einiger Stunden. Zum ersten Mal bot sich mir die Gelegenheit, die Entstehung eines Werkes über mehrere Monate hinweg mitzuerleben.

Susan arbeitete nach einer Fotografie, die sie während einer Wanderung aufgenommen hatte. Das spätere Bild war also von Anfang an bekannt. Trotzdem war jeder Atelierbesuch anders. Ich wusste nie, wie weit das Gemälde inzwischen gewachsen war oder welche Veränderungen mich erwarteten.

Insgesamt war ich achtmal im Atelier. Die Termine schlug Susan jeweils dann vor, wenn eine neue Etappe erreicht war. Besonders am Anfang bestimmten auch die Trocknungszeiten den Rhythmus. Manchmal musste die Grundierung oder eine Farbschicht erst vollständig trocknen, bevor weitergearbeitet werden konnte.

Mich faszinierte vor allem diese Langsamkeit. Ein Gemälde entsteht nicht auf einmal. Es entwickelt sich Schicht für Schicht. Kleine Veränderungen, die während des Malens kaum auffallen, werden über Wochen hinweg sichtbar. Genau diesen Prozess wollte ich mit meiner Kamera festhalten.

Aus den vielen Fotografien wählte Susan schliesslich sieben aus. Bei einigen Bildern überlegten wir gemeinsam, welche Aufnahme den jeweiligen Arbeitsschritt am besten erzählt. Wir waren uns erstaunlich schnell einig.

Von Anfang an stand fest, dass die sechs Bilder des Arbeitsprozesses in Schwarzweiss gezeigt werden und nur das fertige Gemälde in Farbe erscheint. Dadurch richtet sich der Blick zunächst ganz auf das Arbeiten selbst. Erst am Schluss begegnet man dem vollendeten Werk.

Die Entstehung des Gemäldes Jungvieh 

«Jungvieh», Gemälde von Susan Kopp. Fotografie: Francis Dercourt.

Leporello

Aus diesen sieben Bildern entstand ein Leporello. Die Idee dazu hatte Susan. Während eine gewöhnliche Visitenkarte oft verschwindet, lädt ein Leporello dazu ein, aufgeklappt und angeschaut zu werden. Es erzählt in wenigen Bildern die Geschichte eines Gemäldes – von der ersten leeren Leinwand bis zum fertigen Bild.


Das Gemälde Jungvieh und das Leporello werden in der Ausstellung «Samtpfoten & Co.» im Museum Galerie Amden gezeigt. Die Vernissage findet am 15. August 2026 statt, die Ausstellung dauert vom 16. August bis 1. November 2026.

Susan Kopp – Webseite

Museum Galerie Amden – Ausstellung «Samtpfoten & Co.»

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